Therme Lindau: Als Vorbild für ein neues Bad
„Ich kannte die Therme Lindau schon. Und mir war wichtig, dass die Delegation vor Ort sieht, wie so eine Anlage zum Erfolg wird“, sagte Daniel Preisig, Finanzreferent und Stadtrat der Schweizer Stadt Schaffhausen am Rhein. Er und weitere knapp 20 Kolleginnen und Kollegen verschafften sich im Rahmen eine Führung einen nachhaltigen Eindruck von der Therme Lindau. Betreiber Andreas Schauer ließ die Gruppe nicht nur alle Bereiche besichtigen – vom Sportbad über die Therme zum Familienbad bis hin zur Saunalandschaft – sondern gewährte im Rahmen eine Präsentation auch einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Betriebes.
Die Projektgruppe aus Schaffhausen bestand neben Bau- und Architekturexperten auch aus Mitgliedern einer Jury, die aus dem laufenden Bauwettbewerb schließlich einen Siegerentwurf küren wird. Christian Heydecker, Präsident der KSS (Kunsteisbahn- und Schwimmbadgenossenschaft Schaffhausen) bedankte sich bei Andreas Schauer für die Möglichkeit, sich an einem erfolgreichen Beispiel wie der Therme Lindau aus erster Hand informieren zu können. Daniel Preisig lobte die Einrichtung als vorbildlich.
Andreas Schauer wiederum zeigte Anerkennung für die aus seiner Sicht zielführenden Vorgehensweise der Schweizer: „Ich finde es gut, dass Sie die Bürger so früh mitnehmen.“ Es sei der richtige Weg, sich das Finanzkonzept sowie das Projekt insgesamt ganz am Anfang durch einen Volksentscheid absegnen zu lassen. Im vergangenen Jahr war dem Projektprozess in Schaffhausen ein Volksentscheid über die Investitionssumme vorausgegangen. Die Stimmbürger votierten mit 77,5 Prozent eindeutig für das Vorhaben. „Bei uns ist es oft so, dass Wettbewerbe ausgeschrieben werden und erst dann bei Baubeginn Bürgerentscheide angestoßen werden, was alles verzögert und erheblich teurer macht“, sagte Schauer.
Beim gemeinsamen Lunch ging Schauer auf die spezifischen Besonderheiten in Lindau ein. Etwa die Bedeutung des Strandbades sowie die Rolle des Sportbades als unverzichtbare Einrichtung, um so vielen Schulen und Kindern wie möglich gute Voraussetzungen für qualifizierten Schwimmunterricht bieten zu können. Darüber hinaus ging der Betreiber der Therme Lindau auch auf Aspekte ein, an die bei den Planungen oft zu wenig gedacht werde. „Das gastronomische Konzept hat starke Bedeutung“, betonte Schauer und riet der Abordnung aus Schaffhausen, nicht zuerst die Küchen zu planen, um dann zu sehen, wie das Angebot sein solle, sondern genau umgekehrt.
In Schaffhausen stehen der Stadt umgerechnet rund 84 Millionen Euro für den Neubau der Sport- und Freizeiteinrichtung mit Sauna zur Verfügung. Knapp 32 Millionen Euro dafür stammen aus einer Stiftung. Die Besonderheit des Projekts besteht darin, dass der Neubau des Bades in das bestehende Umfeld mit Kunsteisbahnhalle und Freibad integriert werden soll, ergänzt durch ein öffentlich zugängliches Restaurant. 2025 soll die Jury den Sieger des Architektur-Wettbewerbs küren. Mit dem Baustart rechnet das Gremium ab 2027. Im Jahr 2030 soll die Neueröffnung des Bades sein.
Finanzreferent PREISIG plant für das kommende Wochenende mit einer Delegation von 28 Personen einen erneuten Besuch in der Therme, da ihn das Konzept begeistert hat.



Quellen
- Pressemitteilung Therme Lindau
Autor: Mukkel · erstmals veröffentlicht am 06.09.2024, 13:11 Uhr auf freizeitparkcheck.de